(Bio)EnergieDörfer

 

Was ist ein (Bio)EnergieDorf?

Ein (Bio)EnergieDorf oder eine (Bio)EnergieStadt ist eine räumlich zusammenhängende Siedlung (eine Gemeinde, ein Gemeindeteil oder auch ein Verbund mehrerer Gemeinden oder Ortsteile), die ihre Energieversorgung mit selbst erzeugten Erneuerbaren Energien sicherstellt. Dabei wird angestrebt, dass mindestens so viel Strom erzeugt wird, wie verbraucht wird und wenigstens 70% der benötigten Wärme lokal erzeugt wird. Dies kann durch eine Kombination verschiedener Erneuerbarer Energien geschehen, z.B. durch Windkraftanlagen, Photovoltaik, Solarthermie, Geothermie oder Wärmepumpen. Im ländlichen Raum ist die in Biomasse gespeicherte Sonnenenergie wichtig. Neben Holz (Scheitholz, Holzhackschnitzel) ist Biogas die derzeit häufigste Form der Bioenergie in (Bio)EnergieDörfern. Bis zu 30% der landwirtschaftlichen Nutzfläche kann in Mecklenburg-Vorpommern ohne Beeinträchtigung der Lebensmittelversorgung für die Produktion von Bioenergie genutzt werden. Noch wichtiger als der Anteil selbst erzeugter Erneuerbarer Energie ist aber, dass das Dorf seine vorhandenen Potenziale (Biomasse, Wind, Sonne, Wasser, Abfälle usw.) möglichst gut ausnutzt und ständig ausbaut.

Wichtig sind auch ausgewogene Landnutzungskonzepte und umweltfreundliche Fruchtfolgen. Perspektivisch muss die Nutzung von Abfällen, Reststoffen und Restflächen erheblich ausgebaut werden.

Eine wichtige Rolle spielt die Verbesserung der Energieeffizienz (z.B. durch eine neue LED-Straßenbeleuchtung, energiesparende Geräte und Gebäudedämmung), künftig soll auch die Produktion von Mobilitätsenergie (Bio-Kraftstoffe, Elekrofahrzeuge) in Angriff genommen werden.

In einem (Bio)EnergieDorf sind die Erzeuger und Nutzer der Energie in einer Gemeinschaft zusammengeschlossen, die in verschiedenen Formen organisiert sein kann: durch die Kommune, als Energiegenossenschaft der Bürger, als Verein, Stiftung oder auch in Netzwerken mit landwirtschaftlichen oder gewerblichen Unternehmen. Wichtig ist die Teilhabe und Teilnahme der Bevölkerung, die Mitbestimmung und die Teilhabe durch günstige und stabile Energiepreise, durch den Erwerb von Eigentumsanteilen oder Gewinnausschüttung und durch den Einsatz der Erlöse für kommunale, soziale und kulturelle Zwecke.